Sommer, Sonne, Grillgenuss.

Diese drei Dinge sind untrennbar miteinander verbunden. Aber Steaks immer nur auf dem Rost braten wird auf Dauer eintönig. Weshalb also nicht etwas Neues ausprobieren und beim nächsten Grillabend die Pfanne auf dem Grill nutzen?

Was viele von vorne herein verneinen, haben andere als echte Bereicherung für sich entdeckt. Denn eine Pfanne auf dem Grill eröffnet neue Möglichkeiten, die es lohnt auszuprobieren.

Weshalb überhaupt eine Pfanne auf den Grill?

Gemüse vom Grill liegt auf einem Schneidebrett

Der Einsatz einer Pfanne auf dem Grill bringt eine Reihe von Vorteilen mit sich, die manche Gerichte erst möglich machen. So kannst Du zum Beispiel darin eine Sauce oder ein Chutney zubereiten, empfindlichere Lebensmittel wie Fisch grillen oder Beilagen wie Gemüse garen. Kurzum: Dir stehen mit einem Mal deutlich mehr Rezepte offen, die Du am Grill umsetzen kannst.

Neben klassischen Pfannen mit flachem Boden kannst Du auch Grillpfannen mit den markanten Grillrippen auf dem Grill einsetzen. Durch die Rippen hat das Grillgut möglichst wenig Kontakt mit dem eigenen Saft, da dieser abfließt während das Bratgut auf den Rippen liegt. Welche Pfanne besser geeignet ist hängt davon ab, was genau Du zubereitest. [Link zum Artikel Grillpfannen]

Aber egal, ob Bratpfanne oder Grillpfanne: Ihr Einsatz auf dem Grill bringt einige Vorteile mit sich:

#1: Keine verbrannten Stellen

Grillgut, das in einer Pfanne brät, hat keinen direkten Kontakt mit dem Feuer des Grills. Dadurch sinkt das Risiko für verbrannte Stellen. Gerade bei Gemüse ist dies von Vorteil. Denn während Fleisch von einer Kruste profitiert, die durch die Maillard-Reaktion entsteht, wird Gemüse dadurch schnell unappetitlich oder sogar ungenießbar.

#2: Der Garprozess ist besser steuerbar

saftiges Lachsfilet vom Grill

In einer Pfanne hast du mehr Einfluss auf den Garprozess als auf dem Grillrost. Gerade, wer noch nicht so viel Erfahrung hat, kann davon profitieren. Eine gusseiserne Pfanne, welche die aufgenommene Hitze des Grills gleichmäßig an das Grillgut abgibt, erleichtert zudem die Zubereitung großer Fleischstücke. Denn auf dem Rost liegen diese leicht über verschieden heißen Stellen und garen dadurch ungleichmäßig.

#3: Das Fett tropft nicht ins Feuer

Ein weiterer Vorteil einer Pfanne auf dem Grillrost ist, dass das Bratenfett nicht in die Glut tropft. So entsteht kein giftiger Rauch.

Verbrennen Fett, Fleischsaft oder Marinade im Feuer, entstehen sogenannte polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und heterozyklische aromatische Amine (HAA). Diese steigen mit dem Rauch auf, lagern sich auf dem Fleisch an oder werden eingeatmet. Der Körper wandelt die so aufgenommenen HAA und PAK in Moleküle um, die sich in den Darmzellen anlagern und das Risiko für Darmkrebs erhöhen. [1]

#4: Geringerer Putzaufwand

Nach dem Grillen kommt das Saubermachen. Die Spuren vom Grillrost zu entfernen kostet Zeit und Mühe. Fett und Angebranntes muss mühsam entfernt werden, und dennoch entstehen im Laufe der Zeit oft unappetitliche Ablagerungen.

Eine Pfanne hingegen reinigst Du deutlich schneller und einfacher, während der Grillrost gar nicht erst dreckig wird.

#5: Es ist hygienischer

Pfannenguru hat einen EinfallMit dem geringeren Putzaufwand geht auch die höhere Hygiene einher. Während Du die Pfanne sauber in der Küche aufbewahrst und nach jedem Einsatz gründlich reinigst, wartet der Grill auf der Terrasse oder im Gartenschuppen auf seinen nächsten Einsatz.

Zwar können in der Hitze über dem Grill keine Keime überdauern, wirklich sauber ist ein Grillrost dennoch nicht.

#6: Einfaches und stilvolles Servieren

Nicht zuletzt gilt: Das Grillgut lässt sich in der Pfanne deutlich einfacher servieren. Statt die Stücke einzeln vom Rost zu nehmen, kannst Du sie in der Pfanne lassen und anrichten.

Weitere Vorteile vom Servieren in der Pfanne sind, dass eine gusseiserne Pfanne die Wärme noch sehr lange hält und weitergibt, wodurch das Grillgut nicht auskühlt. Allerdings müssen nun auch alle Gäste am Tisch achtgeben, damit sie sich nicht die Finger verbrennen.

Geschmackstest: Unterschied zwischen Grill & Pfanne

Pfannenguru denkt nachEin Nachteil tritt klar hervor, wenn Du das Grillgut in der Pfanne auf dem Holzkohlegrill zubereitest und nicht direkt auf dem Rost: Der typische Rauchgeschmack geht beim offenen Grillen ohne Deckel verloren.
Das Grillen mit Holzkohle verspricht ein ganz eigenes, typisches Raucharoma des Grillguts. Dieses entsteht, wenn es im Rauch liegt, der auch durch herabtropfendes Fett entsteht. Bereitest Du es hingegen in der Pfanne zu, kann der Rauch das Fleisch nicht erreichen. Dies lässt sich nur umgehen, wenn Du den Grill mit einem Deckel verschließt, damit der Rauch an das Fleisch gelangt.

Willst Du weder auf die Pfanne noch auf das Raucharoma verzichten und hast zugleich keinen Grill mit Deckel, wähle den Mittelweg. Bereite das Fleisch in der Pfanne zu, bis es beinahe gar ist. Dann lege es für die letzten Minuten auf das Rost, wo es sein Raucharoma erhält.

Welcher Grill schafft welche Temperatur?

Auch von der Wahl des Grills hängt ab, ob das Gericht gelingt oder nicht. Denn nicht jeder Grill schafft sehr hohe Temperaturen, die für manches Grillgut nötig sind.

Holzkohlegrill: Klassiker mit hohen Temperaturen

Glühende Kohlen auf einem HolzkohlegrillHolzkohle ist nicht nur beliebt, weil sie das typische rauchige Aroma an das Grillgut abgibt, das Kenner schätzen. Sie ist auch sehr schnell durchgeglüht und somit schon nach 20 – 30 Minuten einsatzbereit. Dabei produziert sie eine Hitze von etwa 700° Celsius.

Der Nachteil der Holzkohle ist allerdings, dass sie dies nur kurz durchhält. Nach gut einer Stunde ist sie schon so stark ausgekühlt, dass Du über ihr nichts mehr braten kannst.

Briketts halten mit bis zu fünf Stunden zwar deutlich länger durch. Dadurch sind im Gegensatz zur Holzkohle für indirektes Grillen besser geeignet, da dieser Vorgang des Garens sehr lange dauern kann. Dafür benötigen sie etwa doppelt so lange wie die Holzkohle, um durchzuglühen. Zudem erreichen sie eine etwas niedrigere Temperaturen als die Holzkohle und geben kein Raucharoma ab. Willst Du auf dieses nicht verzichten, brauchst Du Holzchips aus dem Fachhandel.

Der Gasgrill: Stufenlos einstellbar

Ein Gasgrill hat den großen Vorteil, dass Du die Temperatur sehr genau einstellen kannst. Die meisten Modelle haben heutzutage ein Thermometer im Deckel. Ist dies nicht der Fall, hilft Dir ein Backthermometer im Grill.

Mit den meisten Gastgrills kannst Du Temperaturen zwischen 100 und 300 Grad erreichen. Einige Modelle erreichen auch bis zu 400°. Die exakte Temperatur hängt allerdings auch von der Umgebung ab und kann, je nach Wetterlage, ein wenig variieren. Die Phase des Aufheizens ist mit rund 10 bis 20 Minuten recht kurz.

Neben den praktischen Vorteilen wie einer leichten Reinigung hat ein Gasgrill allerdings auch den Nachteil, dass mit ihm kein Raucharoma entsteht.

Elektrogrill

Oberfläche eines ElektrogrillsEin Elektrogrill ist insbesondere denen bekannt, die zur Miete wohnen und auf dem Balkon keinen anderen Grill nutzen dürfen. Denn Vermieter können den Einsatz eines Elektrogrills nicht verbieten. Aber auch, wer schnell etwas grillen möchte, ohne mit Glut oder Gas zu hantieren, ist mit einem solchen Gerät gut beraten.

Diese Art Grill ist zudem schnell aufgeheizt und nach dem Grillen wieder abgekühlt. Die Temperatur kann je nach Modell ebenfalls gut reguliert werden.

Der Nachteil des Elektrogrills ist, dass auch moderne Geräte keine Temperaturen wesentlich über 250° erreichen. Auch indirektes Grillen ist mit ihnen nicht möglich, sofern Du kein Modell mit Deckel und zwei Grillflächen besitzt. Der Rauchgeschmack kommt natürlich ebenfalls nicht zustande. Nicht zuletzt heizt ein Elektrogrill nicht gleichmäßig: Dort, wo die Heizspirale entlangläuft, sind Rost oder Grillfläche deutlich heißer als in den Bereichen dazwischen.

Darf jede Pfanne auf den Grill?

Nein. Denn längst nicht jede Pfanne ist für den Einsatz auf dem Grill geeignet. Besteht eine Pfanne aus Materialien, welche den hohen Temperaturen nicht standhalten, musst Du nach einer Alternative suchen.
Eine Beschichtung aus Teflon darf zum Beispiel nicht zu hohen Temperaturen ausgesetzt werden, welche aber gerade auf Holzkohlegrills entstehen.

Auch verformt sich Aluminium schnell bei ungleichmäßiger Hitze, wodurch die Pfanne die Hitze nur noch ungleichmäßig weitergibt. Mehr über die Eigenschaften der verschiedenen Pfannenmaterialien und –beschichtungen erfährst Du hier: [Pfannenmaterialien]. Wenn Du unsicher bist, ob eine Pfanne geeignet ist, frage im Fachgeschäft die Verkäufer.

Ideal: Die Gusseiserne Pfanne für den Grill

Gegrilltes Hähnchen in einer gusseisernen PfanneAm besten für den Einsatz auf dem Grill sind gusseiserne Pfannen geeignet. Da sie sehr dick sind brauchen sie zwar länger, um durchzuheizen. Dafür geben sie die Hitze gleichmäßig an das Grillgut weiter und wärmen dieses auch dann noch, wenn der Grill längst abkühlt. Je schwerer die Pfanne, desto mehr Wärme kann sie speichern.

Da das Eisen sich während der Herstellung durch den Prozess des Gießens entspannt, verformen diese Pfannen sich auch bei sehr hohen Temperaturen nicht. Pfannen aus Kohlenstoffstahl oder schmiedeeiserne Pfannen hingegen können sich bei ungleichmäßiger Hitze verziehen. Auch sind sie dünnwandiger als gusseiserne Pfannen, wodurch sie gespeicherte Hitze ungleichmäßiger als diese weitergeben.

Die emaillierte Eisengusspfanne

Gusseiserne Pfannen mit einer Beschichtung aus Emaille sind für Grills geeignet, solange eine Temperatur von 400° nicht überschritten wird. Größerer Hitze solltest du die Emaille nicht aussetzen. Dafür ist auch Emaille ein guter Wärmespeicher, wodurch sie diese Wirkung der gusseisernen Pfanne unterstützt.

Da Emaille keine ganz so gute Antihaftwirkung wie PTFE oder Keramik hat, benötigst Du allerdings ein wenig Öl beim Grillen.

Edelstahlpfannen auf dem Grill

Neben gusseisernen Pfannen halten auch Pfannen aus Edelstahl den Temperaturen eines Grills stand, ohne sich zu verformen. Ihre thermischen Eigenschaften sind allerdings nicht so gut wie die einer Eisengusspfanne. Auch speichern sie Hitze deutlich schlechter.

Wenn Du vor der Wahl stehst, Dir eine Pfanne für den Einsatz auf dem Grill zu kaufen, empfiehlt sich deshalb eher eine gusseiserne Pfanne.

Achte auf die Griffe

Wichtig beim Einsatz auf dem Grill sind Pfannengriffe, die den hohen Temperaturen standhalten. Selbst Plastikgriffe, die vom Hersteller für den Einsatz im Backofen ausgezeichnet sind, solltest Du nicht der Hitze eines Grills aussetzen. Gleiches gilt für Griffe aus Holz. Suche deshalb nach einer Pfanne mit Griffen aus Eisen oder Edelstahl oder einem System, um die Griffe schnell abzunehmen.

Fazit: Probiere es einmal aus!

Wenn es Dich nicht stört, den Deckel des Grills auch mal zu schließen, um die Raucharomen einzufangen, oder einige Dinge hast, die Du nicht direkt auf dem Grillrost zubereiten willst, lohnt sich der Versuch, eine Pfanne in die Grillausrüstung aufzunehmen. Wähle eine Pfanne, die Du auch auf Deinem Herd einsetzen kannst. So erfüllt sie auch dann ihren Zweck, wenn sie Dich auf dem Grill vielleicht nicht überzeugen kann.

Eine Idee zu “6 Gründe, wieso eine Pfanne auf den Grill sollte

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